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10.01.2020

Die Marathon-Bilanz 2019: Was für ein Sport-Jahr (Vienna City Marathon)


Spitzenleistungen wie nie zuvor, ein Weltrekord und ein Lauf in eine neue Dimension

Das Marathon-Jahr 2019 war das international leistungsstärkste in der langen Geschichte des Laufes über die klassischen 42,195 km. Somit wurde sogar das außergewöhnliche Jahr 2018 noch übertrumpft.

Im Männer-Marathon blieben in den vergangenen zwölf Monaten vier Läufer unter 2:03 Stunden, fünf weitere erzielten Ergebnisse von unter 2:04 - beide Werte sind einmalig. 2019 gab es insgesamt 17 Zeiten unter 2:05 Stunden. Das ist genau die Zahl, die auch 2018 erreicht wurde. Unter den 20 schnellsten je gelaufenen Zeiten ist jetzt aber nur noch eine aus 2018 während gleich acht Ergebnisse aus 2019 nun in den Top 20 stehen. Die Jahresweltbestenliste wird von Kenenisa Bekele (Äthiopien) angeführt, der bei seinem Sensations-Comeback in Berlin mit einer Zeit von 2:01:41 Stunden den Weltrekord des Kenianers Eliud Kipchoge um nur zwei Sekunden verpasste. Berlin hat die schnellste Männer-Zeit des Jahres sozusagen im Dauer-Abonnement: Bereits zum neunten Mal in Folge - seit Patrick Makau (Kenia) 2011 - wurde die Jahresweltbestzeit in Berlin gelaufen.

Kipchoge in Wien und ein Weltrekord in Chicago

Hinzu kommt dann natürlich noch der atemberaubende Lauf von Eliud Kipchoge: In Wien blieb er im Oktober mit 1:59:40,2 unter zwei Stunden. Zwar kann die Zeit aufgrund der irregulären Rahmenbedingungen nicht in die Bestenlisten aufgenommen werden, doch Eliud Kipchoge hat gezeigt, wohin es in den nächsten Jahren für die besten Marathonläufer der Welt gehen wird.

Die Frauen standen den Männern 2019 kaum nach: Nur einen Tag nach der Fabelzeit von Eliud Kipchoge im Wiener Prater brach Brigid Kosgei in Chicago den 16 Jahre alten Weltrekord von Paula Radcliffe (Großbritannien), die 2003 in London 2:15:25 Stunden gelaufen war. Die Kenianerin stürmte nun in Chicago zu einer Zeit von 2:14:04. Es war eine von drei Zeiten unter 2:18 Stunden im vergangenen Jahr, fünf weitere Athletinnen rannten schneller als 2:19. Insgesamt gab es 2019 gleich 13 Zeiten unter 2:20. Ein so starkes Jahr gab es im Frauen-Marathon noch nicht. Derart fulminant ist die Entwicklung bei den Frauen, dass eine Siegzeit im Bereich von 2:21 Stunden inzwischen bezüglich der internationalen Spitze nichts besonderes mehr darstellt. Von den 20 schnellsten je gelaufenen Zeiten wurden sieben 2019 erzielt.

In einem Jahr vor Olympischen Spielen und in den Monaten vor diesem Highlight nimmt die Leistungsdichte in der Spitze zu. Das bestätigt sich zurzeit eindrucksvoll im Marathon. Die Athleten kämpfen um die Olympia-Startplätze, nachdem die Zugangs-Kriterien verschärft wurden.

Österreichs Läufer im Leistungshoch

Stark wie nie haben sich auch Österreichs Marathonläufer präsentiert. Mit dem neuen ÖLV-Rekordhalter Lemawork Ketema, der beim VCM 2019 die nationale Bestmarke von 2:10:44 gelaufen ist, und Peter Herzog (2:10:57 in Berlin) haben bereits zwei Läufer die Olympiaqualifikation für Tokio bzw. Sapporo geschafft. Valentin Pfeil mit 2:12:55 und Eva Wutti mit 2:34:12 zeigten beim Vienna City Marathon mit Topleistungen auf. Beide haben noch Chancen auf die Olympiateilnahme – beim Vienna City Marathon am 19. April fällt die Entscheidung. Allein die VCM Team Austria Läufer Lemawork Ketema, Peter Herzog, Valentin Pfeil, Eva Wutti, Christian Steinhammer und Victoria Schenk haben ihre persönlichen Bestleistungen im Jahr 2019 um 17:59 Minuten (!) verbessert.

Einen Aufwärtstrend gab es 2019 auch bei den deutschen Marathonläufern. Die Männer erzielten in den vergangenen zwölf Monaten vier Zeiten unter 2:15 Stunden - im Jahr zuvor waren es noch zwei. Mit Amanal Petros führt dabei überraschend ein Newcomer mit einer Zeit von 2:10:29 die nationale Jahresbestenliste an. Neben ihm haben auch zwei deutsche Frauen die internationale Olympia-Norm geknackt: Melat Kejeta lief in Berlin ein famoses Debüt und setzte sich mit 2:23:57 auf Platz zwei in der Liste der schnellsten deutschen Läuferin aller Zeiten, Katharina Steinruck steigerte sich in Frankfurt auf 2:27:26.

Männer-Marathon: Regulärer Lauf unter zwei Stunden wird realistischer

Mit seinem Sieg beim London-Marathon in der Streckenrekordzeit von 2:02:37 Stunden - zum damaligen Zeitpunkt die zweitschnellste je gelaufene Zeit - sowie seinem Rennen unter zwei Stunden in Wien hat Eliud Kipchoge seine Position als bester Marathonläufer der Welt einmal mehr eindrucksvoll bestätigt. Seit 2014 hat der Kenianer alle seine Marathonrennen gewonnen.

Doch der Mann, der das Vermögen hat, genauso schnell oder sogar schneller zu laufen als Kipchoge hat sich ein Jahr vor den Olympischen Spielen zurückgemeldet: Äthiopiens 5.000- und 10.000-m-Weltrekordler Kenenisa Bekele verpasste beim Berlin-Marathon mit einer Zeit von 2:01:41 die Bestzeit von Eliud Kipchoge um ärgerliche zwei Sekunden. Noch vor einem Jahr galt Kipchoges Weltrekord als praktisch unerreichbar für andere Läufer. Zwölf Monate später sieht es anders aus, und sogar ein regulärer Lauf von unter zwei Stunden wird immer realistischer - auch vor dem Hintergrund, dass neuestes Schuhmaterial offenbar Vorteile bringen kann.

Hinter Eliud Kipchoge und Kenenisa Bekele bewegen sich in der Jahresweltbestenliste gleich sieben Äthiopier, die Zeiten von unter 2:04 und in zwei Fällen sogar unter 2:03 gelaufen sind. Das zeigt, dass die Breite in der absoluten Spitze immer stärker wird - zu stark unter anderem für den Briten Mo Farah. Der Olympiasieger über 5.000 und 10.000 m wird 2020 zu den Bahn-Langstrecken zurückkehren, nachdem er den Anschluss an die absolute Weltspitze im Marathon nicht geschafft hat. Im Dezember hat Farah dann auch noch seinen Europarekord an den aus Kenia stammenden Türken Kaan Kigen Özbilen verloren, der in Valencia 2:04:16 gelaufen war.

Ob es in Sapporo, wo die Olympia-Marathonrennen im Sommer stattfinden, zum Top-Duell Kipchoge gegen Bekele kommt, ist jedoch ungewiss. Es spricht viel dafür, dass der Kenianer sein Olympia-Gold in Japan verteidigen will. Er ist der große Favorit. Bekele könnte durchaus einen anderen Weg gehen, wenn er keine gute Siegchance beim Olympia-Marathon sieht: Der Äthiopier könnte stattdessen den Berlin-Marathon laufen und dort versuchen, den Weltrekord zu brechen. Vielleicht treffen Kipchoge und Bekele auch in London im Frühjahr aufeinander.

Berlin, London, Dubai - das sind die drei Rennen, die bei den Männern nach wie vor die spektakulärsten Zeiten und Rennen produzieren. Stark im Kommen ist Valencia, wo es im Dezember vier Zeiten unter 2:05 Stunden gab. In der Liste der schnellsten zehn City-Marathonrennen, die nach wie vor von Berlin angeführt wird, hält sich mit Frankfurt (8. Platz) weiterhin ein zweites deutsches Rennen.

Frauen-Marathon: Brigid Kosgeis Weltrekord, einmalige Resultate in Dubai und Valencia

Der Jahresbeginn und das Jahresende lieferten jeweils spektakuläre Ergebnisse, und im Herbst sorgte Brigid Kosgei mit ihrem Weltrekord in Chicago für das Highlight. Der Frauen-Marathon hat sich in den letzten Jahren enorm entwickelt und bestätigte diesen Trend 2019 eindrucksvoll.

Brigid Kosgei hatte im Frühjahr bereits in eindrucksvoller Manier den London-Marathon mit 2:18:20 Stunden gewonnen. In Chicago stürmte sie dann im Oktober zur Traumzeit von 2:14:04 und durchbrach die Zeitbarriere von 2:15 Stunden. Doch mit Blick in Richtung Olympia hat Kosgei durchaus sehr starke Konkurrenz: Ihre Landsfrau Ruth Chepngetich steht ihr kaum nach. Noch relativ neu im Marathon triumphierte Chepngetich im Januar in Dubai mit 2:17:08. Dann zeigte sie, dass sie auch ein heißes Meisterschaftsrennen ohne Tempomacher souverän gestalten kann: In Doha gewann Chepngetich überlegen den WM-Titel. Ein Aufeinandertreffen dieser beiden Läuferinnen im Jahr 2020 - dazu könnte es vor Olympia vielleicht auch schon in London im April kommen - könnte sehr spannend werden.

In Dubai blieb hinter Ruth Chepngetich mit Worknesh Degefa (Äthiopien/2:17:41) eine zweite Läuferin unter 2:18 Stunden - das gab es zuvor nur einmal in London 2017. Am Jahresende sorgte das aufstrebende Rennen in Valencia für eine einmalige Breite in der Spitze: Gleich vier Läuferinnen rannten Zeiten von unter 2:19 Stunden. Die Äthiopierin Roza Dereje gewann in 2:18:30.

London, Chicago, Dubai und Berlin sowie inzwischen auch Valencia sind die Rennen, die spitzensportlich zurzeit ganz vorne sind. Sie belegen in dieser Reihenfolge auch die ersten Plätze in der Liste der schnellsten City-Rennen bei den Frauen. Wie bei den Männern steht Frankfurt, wo die Kenianerin Valary Jemeli Aiyabei den Streckenrekord erstmals auf unter 2:20 Stunden verbesserte (2:19:10), auf Rang acht.

Ausgewählte Marathon-Highlights 2020

24. Januar Dubai
1. März Tokio
5. April Rotterdam, Paris
19. April Wien, Hamburg
20. April Boston
26. April London, Hannover, Düsseldorf
8. August Olympische Spiele, Frauen in Sapporo
9. August Olympische Spiele, Männer in Sapporo
27. September Berlin
11. Oktober Chicago
18. Oktober Amsterdam
25. Oktober Frankfurt
1. November New York
8. November Athen
6. Dezember Valencia


VCM News. Text: Jörg Wenig, AM / race-news-service.com

Im Original hier erschienen: Die Marathon-Bilanz 2019: Was für ein Sport-Jahr


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Unser Hauptpartner beim Business Athlete Award, http://www.runplugged.com/baa . Die KTM Industries-Gruppe ist eine europäische Fahrzeug-Gruppe mit dem strategischen Fokus auf das globale Sportmotorradsegment und den automotiven high-tech Komponentenbereich. Mit ihren weltweit bekannten Marken KTM, Husqvarna Motorcycles, WP und Pankl zählt sie in ihren Segmenten jeweils zu den Technologie- und Marktführern.

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Eliud Kipchoge, Ineos 1:59, Wien, 12.10.2019, (© Josef Chladek/photaq.com)




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  • 17.07.2020: T, 9.Silvretta Run 3 000
  • 17.07.2020: T, 9.Silvretta Kids Run
  • 17.07.2020: K, 4. Tour de Kärnten - Ossiacher See Nachthalbmarathon
  • 17.07.2020: S, Trumer Charity Run
  • 18.07.2020: ST, Erzberg Adventure Days - Fun Distanz&Vertical Iron Sprint

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Ich bin ein begeisterter Runplugger

Willkommen bei runplugged.com
runplugged.com startete im Mai 2014 mit App und Website. Wir wollen uns an alle LäuferInnen* wenden, ob Einsteiger oder Profi. 

Warum ich laufe? Weil ich Stress abbauen will. Weil ich was für meine Gesundheit tun will. Weil ich sehr kreative Ideen beim Laufen entwickle. Weil ich gerne mit Gesprächspartnern laufe, statt sie im Kaffeehaus zu treffen. Weil ich laufen will. Ich bin ein Lustläufer. Keine Trainingsprogramme, nix. Keine Pläne. Sonst wäre der Spass weg. Pflichten hab ich eh genug. Nur eins: Wenn ich eine Startnummer habe, wird alles gegeben.

Und wofür steht Runplugged? "run" steht hier sogar irgendwie für alle, die Wege zurückzulegen haben; Ob sportlich oder einfach in der Bahn oder im Auto zur Arbeit. "Plugged" wiederum kann ebenfalls vieles bedeuten: Gute Musik hören oder interessante Informationen inhalieren. Oder einfach nur die eigenen Akkus aufladen, "pluggen" halt.

Es geht um die Kombination von Geo und Audio. Es geht um runplugged.com.

Ich bin ein begeisteter Runplugger seit fast 30 Jahren. Seit der Zeit, als der Sony Walkman Mitte der Achtziger mein Geniesserleben (und ich führe eines) verändert hat. Lasst Euch überraschen, welche Audiofiles wir für Euch parat haben und wie lässig ihr das mit Eurer Lieblingsmusik mischen könnt. Download: http://www.runplugged.com/app

Christian Drastil, Runplugged

10.01.2020

Die Marathon-Bilanz 2019: Was für ein Sport-Jahr (Vienna City Marathon)


Spitzenleistungen wie nie zuvor, ein Weltrekord und ein Lauf in eine neue Dimension

Das Marathon-Jahr 2019 war das international leistungsstärkste in der langen Geschichte des Laufes über die klassischen 42,195 km. Somit wurde sogar das außergewöhnliche Jahr 2018 noch übertrumpft.

Im Männer-Marathon blieben in den vergangenen zwölf Monaten vier Läufer unter 2:03 Stunden, fünf weitere erzielten Ergebnisse von unter 2:04 - beide Werte sind einmalig. 2019 gab es insgesamt 17 Zeiten unter 2:05 Stunden. Das ist genau die Zahl, die auch 2018 erreicht wurde. Unter den 20 schnellsten je gelaufenen Zeiten ist jetzt aber nur noch eine aus 2018 während gleich acht Ergebnisse aus 2019 nun in den Top 20 stehen. Die Jahresweltbestenliste wird von Kenenisa Bekele (Äthiopien) angeführt, der bei seinem Sensations-Comeback in Berlin mit einer Zeit von 2:01:41 Stunden den Weltrekord des Kenianers Eliud Kipchoge um nur zwei Sekunden verpasste. Berlin hat die schnellste Männer-Zeit des Jahres sozusagen im Dauer-Abonnement: Bereits zum neunten Mal in Folge - seit Patrick Makau (Kenia) 2011 - wurde die Jahresweltbestzeit in Berlin gelaufen.

Kipchoge in Wien und ein Weltrekord in Chicago

Hinzu kommt dann natürlich noch der atemberaubende Lauf von Eliud Kipchoge: In Wien blieb er im Oktober mit 1:59:40,2 unter zwei Stunden. Zwar kann die Zeit aufgrund der irregulären Rahmenbedingungen nicht in die Bestenlisten aufgenommen werden, doch Eliud Kipchoge hat gezeigt, wohin es in den nächsten Jahren für die besten Marathonläufer der Welt gehen wird.

Die Frauen standen den Männern 2019 kaum nach: Nur einen Tag nach der Fabelzeit von Eliud Kipchoge im Wiener Prater brach Brigid Kosgei in Chicago den 16 Jahre alten Weltrekord von Paula Radcliffe (Großbritannien), die 2003 in London 2:15:25 Stunden gelaufen war. Die Kenianerin stürmte nun in Chicago zu einer Zeit von 2:14:04. Es war eine von drei Zeiten unter 2:18 Stunden im vergangenen Jahr, fünf weitere Athletinnen rannten schneller als 2:19. Insgesamt gab es 2019 gleich 13 Zeiten unter 2:20. Ein so starkes Jahr gab es im Frauen-Marathon noch nicht. Derart fulminant ist die Entwicklung bei den Frauen, dass eine Siegzeit im Bereich von 2:21 Stunden inzwischen bezüglich der internationalen Spitze nichts besonderes mehr darstellt. Von den 20 schnellsten je gelaufenen Zeiten wurden sieben 2019 erzielt.

In einem Jahr vor Olympischen Spielen und in den Monaten vor diesem Highlight nimmt die Leistungsdichte in der Spitze zu. Das bestätigt sich zurzeit eindrucksvoll im Marathon. Die Athleten kämpfen um die Olympia-Startplätze, nachdem die Zugangs-Kriterien verschärft wurden.

Österreichs Läufer im Leistungshoch

Stark wie nie haben sich auch Österreichs Marathonläufer präsentiert. Mit dem neuen ÖLV-Rekordhalter Lemawork Ketema, der beim VCM 2019 die nationale Bestmarke von 2:10:44 gelaufen ist, und Peter Herzog (2:10:57 in Berlin) haben bereits zwei Läufer die Olympiaqualifikation für Tokio bzw. Sapporo geschafft. Valentin Pfeil mit 2:12:55 und Eva Wutti mit 2:34:12 zeigten beim Vienna City Marathon mit Topleistungen auf. Beide haben noch Chancen auf die Olympiateilnahme – beim Vienna City Marathon am 19. April fällt die Entscheidung. Allein die VCM Team Austria Läufer Lemawork Ketema, Peter Herzog, Valentin Pfeil, Eva Wutti, Christian Steinhammer und Victoria Schenk haben ihre persönlichen Bestleistungen im Jahr 2019 um 17:59 Minuten (!) verbessert.

Einen Aufwärtstrend gab es 2019 auch bei den deutschen Marathonläufern. Die Männer erzielten in den vergangenen zwölf Monaten vier Zeiten unter 2:15 Stunden - im Jahr zuvor waren es noch zwei. Mit Amanal Petros führt dabei überraschend ein Newcomer mit einer Zeit von 2:10:29 die nationale Jahresbestenliste an. Neben ihm haben auch zwei deutsche Frauen die internationale Olympia-Norm geknackt: Melat Kejeta lief in Berlin ein famoses Debüt und setzte sich mit 2:23:57 auf Platz zwei in der Liste der schnellsten deutschen Läuferin aller Zeiten, Katharina Steinruck steigerte sich in Frankfurt auf 2:27:26.

Männer-Marathon: Regulärer Lauf unter zwei Stunden wird realistischer

Mit seinem Sieg beim London-Marathon in der Streckenrekordzeit von 2:02:37 Stunden - zum damaligen Zeitpunkt die zweitschnellste je gelaufene Zeit - sowie seinem Rennen unter zwei Stunden in Wien hat Eliud Kipchoge seine Position als bester Marathonläufer der Welt einmal mehr eindrucksvoll bestätigt. Seit 2014 hat der Kenianer alle seine Marathonrennen gewonnen.

Doch der Mann, der das Vermögen hat, genauso schnell oder sogar schneller zu laufen als Kipchoge hat sich ein Jahr vor den Olympischen Spielen zurückgemeldet: Äthiopiens 5.000- und 10.000-m-Weltrekordler Kenenisa Bekele verpasste beim Berlin-Marathon mit einer Zeit von 2:01:41 die Bestzeit von Eliud Kipchoge um ärgerliche zwei Sekunden. Noch vor einem Jahr galt Kipchoges Weltrekord als praktisch unerreichbar für andere Läufer. Zwölf Monate später sieht es anders aus, und sogar ein regulärer Lauf von unter zwei Stunden wird immer realistischer - auch vor dem Hintergrund, dass neuestes Schuhmaterial offenbar Vorteile bringen kann.

Hinter Eliud Kipchoge und Kenenisa Bekele bewegen sich in der Jahresweltbestenliste gleich sieben Äthiopier, die Zeiten von unter 2:04 und in zwei Fällen sogar unter 2:03 gelaufen sind. Das zeigt, dass die Breite in der absoluten Spitze immer stärker wird - zu stark unter anderem für den Briten Mo Farah. Der Olympiasieger über 5.000 und 10.000 m wird 2020 zu den Bahn-Langstrecken zurückkehren, nachdem er den Anschluss an die absolute Weltspitze im Marathon nicht geschafft hat. Im Dezember hat Farah dann auch noch seinen Europarekord an den aus Kenia stammenden Türken Kaan Kigen Özbilen verloren, der in Valencia 2:04:16 gelaufen war.

Ob es in Sapporo, wo die Olympia-Marathonrennen im Sommer stattfinden, zum Top-Duell Kipchoge gegen Bekele kommt, ist jedoch ungewiss. Es spricht viel dafür, dass der Kenianer sein Olympia-Gold in Japan verteidigen will. Er ist der große Favorit. Bekele könnte durchaus einen anderen Weg gehen, wenn er keine gute Siegchance beim Olympia-Marathon sieht: Der Äthiopier könnte stattdessen den Berlin-Marathon laufen und dort versuchen, den Weltrekord zu brechen. Vielleicht treffen Kipchoge und Bekele auch in London im Frühjahr aufeinander.

Berlin, London, Dubai - das sind die drei Rennen, die bei den Männern nach wie vor die spektakulärsten Zeiten und Rennen produzieren. Stark im Kommen ist Valencia, wo es im Dezember vier Zeiten unter 2:05 Stunden gab. In der Liste der schnellsten zehn City-Marathonrennen, die nach wie vor von Berlin angeführt wird, hält sich mit Frankfurt (8. Platz) weiterhin ein zweites deutsches Rennen.

Frauen-Marathon: Brigid Kosgeis Weltrekord, einmalige Resultate in Dubai und Valencia

Der Jahresbeginn und das Jahresende lieferten jeweils spektakuläre Ergebnisse, und im Herbst sorgte Brigid Kosgei mit ihrem Weltrekord in Chicago für das Highlight. Der Frauen-Marathon hat sich in den letzten Jahren enorm entwickelt und bestätigte diesen Trend 2019 eindrucksvoll.

Brigid Kosgei hatte im Frühjahr bereits in eindrucksvoller Manier den London-Marathon mit 2:18:20 Stunden gewonnen. In Chicago stürmte sie dann im Oktober zur Traumzeit von 2:14:04 und durchbrach die Zeitbarriere von 2:15 Stunden. Doch mit Blick in Richtung Olympia hat Kosgei durchaus sehr starke Konkurrenz: Ihre Landsfrau Ruth Chepngetich steht ihr kaum nach. Noch relativ neu im Marathon triumphierte Chepngetich im Januar in Dubai mit 2:17:08. Dann zeigte sie, dass sie auch ein heißes Meisterschaftsrennen ohne Tempomacher souverän gestalten kann: In Doha gewann Chepngetich überlegen den WM-Titel. Ein Aufeinandertreffen dieser beiden Läuferinnen im Jahr 2020 - dazu könnte es vor Olympia vielleicht auch schon in London im April kommen - könnte sehr spannend werden.

In Dubai blieb hinter Ruth Chepngetich mit Worknesh Degefa (Äthiopien/2:17:41) eine zweite Läuferin unter 2:18 Stunden - das gab es zuvor nur einmal in London 2017. Am Jahresende sorgte das aufstrebende Rennen in Valencia für eine einmalige Breite in der Spitze: Gleich vier Läuferinnen rannten Zeiten von unter 2:19 Stunden. Die Äthiopierin Roza Dereje gewann in 2:18:30.

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9. August Olympische Spiele, Männer in Sapporo
27. September Berlin
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Warum ich laufe? Weil ich Stress abbauen will. Weil ich was für meine Gesundheit tun will. Weil ich sehr kreative Ideen beim Laufen entwickle. Weil ich gerne mit Gesprächspartnern laufe, statt sie im Kaffeehaus zu treffen. Weil ich laufen will. Ich bin ein Lustläufer. Keine Trainingsprogramme, nix. Keine Pläne. Sonst wäre der Spass weg. Pflichten hab ich eh genug. Nur eins: Wenn ich eine Startnummer habe, wird alles gegeben.

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